Warum ist es wichtig?

Zivilgefangene ist kein offizieller Rechtsstatus.Und völkerrechtlich gibt es kein vorgesehenes Prozedere, nach dem sie heimkehren können. In solcher Lage gilt die Öffentlichkeit als Schutz. Die Sichtbarkeit als Chance.

Erklärer - 25,000 Ukrainians Held Captive

Unsichtbare Zivilist*innen: Was soll man darüber wissen?

Antworten auf die häufigsten Fragen über die ukrainischen Zivilist*innen, die Russland gefangen hält

Weil es gegen Genfer Abkommen ist, Zivilpersonen gefangen zu nehmen. Es müsste keinerlei solche „Gefangenen“ geben. Deshalb gibt es kein legales Prozedere für ihre Rückkehr, da die Zivilisten gegen Kriegsgefangenen nicht ausgetauscht werden dürfen.

– Russland verstößt systematisch gegen mehrere grundlegende internationale Verträge und Abkommen, und zwar:
Genfer Abkommen (1949)
– Laut dem Genfer Abkommen IV dürfen keine Zivilpersonen gefangen genommen, entführt und als Gefangene gehalten werden.
Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte (1966)
– Verstoß gegen das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit, das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren sowie das Verbot der Folter und der unmenschlichen Behandlung.
UN-Antifolterkonvention (1984)
– gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.
Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (1998)
– Entführung von Zivilpersonen, Folter, gesetzwidrige Freiheitsberaubung sind Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Europäische Menschenrechtskonvention (1950)
– Verstoße gegen das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit und Sicherheit, das Recht auf ein faires Verfahren, das Verbot der Folter.
Humanitäres Völkerrecht
– verbietet Repressalien gegenüber der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete.
Die Zivilpersonen müssen geschützt werden. Stattdessen schaffte Russland eine Parallelwelt ohne Recht, Wahrheit und Prozess.

– Nein. Russland verwendet die Entführung der Zivilist*innen als Werkzeug des Krieges regelmäßig — in der Ukraine, Tschetschenien, Georgien, Syrien. Das gehört zum vieljährigen Handeln gegen das humanitäre Völkerrecht.

– Gemäß den Daten der NRO Media Initiative for Human Rights wurde es zum Juli 2024 die Information über 1770 Zivilpersonen aus der Ukraine in russischer Gefangenschaft verifiziert. Die Erfahrung des Zivil- und Militärgefangenenaustausches zeigt, dass einige Zivilgefangene in der Ukraine verschollen galten. Insgesamt gelten über 70.000 Personen verschollen unter Sonderumständen. Viele Familien wissen gar nicht das Schicksal ihrer Angehörigen.

– Nein. Völkerrechtlich ist nur Austausch mit Kriegsgefangenen vorgesehen, was keine Anwendung für die Befreiung der Zivilpersonen, deren Freiheit im Laufe des Krieges gesetzwidrig geraubt wurde, findet. Das bedeutet, Russland muss alle Zivilpersonen bedingungslos freilassen.

– Meistens nein. Russland weigert sich die Tatsachen der Gefangenhaltung zu bestätigen, ignoriert offizielle Anfragen von der ukrainischen Partei und internationalen Organisationen.

– Nein. Die Aufenthaltsorte sind oft unbekannt. Die Menschen werden in Untersuchungsgefängnissen, Strafkolonien und sogar in geheimen Kerkern innerhalb der ganzen Russischen Föderation gehalten, ohne offizielle Verdacht und Gerichtsverfahren oder nach Scheinverfahren.

– Die Ukrainer und Ukrainerinnen bekommen kein angemessenes Essen und medizinische Hilfe, sie werden im Gegensatz zu allen möglichen Hygienevorschriften aufgehalten. Darüber hinaus sprechen viele Freigelassene über ein systematisches Foltern: Schlagen, Drosseln, Elektroschocker, Hinrichtungsimitationen, sexuelle Gewalt, psychologische Misshandlungen.

– Drücken. Zeugen. Sprechen.
Die Welt muss nicht zulassen, dass Russland diese Menschen außer Sicht lässt. Jeder diplomatischer Kontakt, jede Ausstellung, jeder Artikel oder Beitrag in Sozialmedien bringen eine Chance noch ein Leben zu retten.
Illegale Freiheitsberaubung bei Zivilpersonen, Folter, Entführung und gewaltsames Verschwindenlassen sind Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Alle Beteiligten — von lokalen Vollziehern bis zur politischen Regierung — müssen zur Verantwortung gezogen werden.

Die Gerechtigkeit ist die einzige
Garantie, dass das sich nie wiederholt.

Internationale Solidarität kann eine Kraftlosigkeit in eine Aktion umwandeln.

– Ja. Durch jede neue Stimme, Geschichte und Handlung wird man auf dieses Thema aufmerksamer gemacht — und dafür steigt der Druck, nach dem auch Schweigende eines Tages sprechen werden.
Das ist ein langer Weg, der aber mit der Solidarität beginnt.

Helfen Sie die Stimmen von denen, die zum Schweigen gezwungen werden, wieder hören zu lassen.

#UnseenCivilians #ArtForFreedom #KyivDialogue